Mischfruchtanbau statt Monokultur 

Energiepflanze Leindotter im ökologischen Mischfruchtanbau

 Exkursion des Bund Naturschutz zum Kramerbräu Naturlandhof Pfaffenhofen

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Erntemischung
kleine Körner: Leindotter
Ölpresse Theo Hirschberger und Markus Pscheidl Besucher am erntereifen Feld mit Erbsen, Hafer und Leindotter

Ungewöhnliche Anbaumethoden auf dem seit vielen Jahren im ökologischen Landbau erfolgreichen Kramerbräuhof stellten Besitzer Theo Hirschberger und Verwalter Markus Pscheidl einer ca. 20- köpfigen Gruppe, die sich am 16. Juli 2003 trotz mittäglicher Hitze um 14.00 Uhr eingefunden hatte, vor.

Der Hof betreibt Mischfruchtanbau statt Monokultur, um ökologische Vorteile mit wirtschaftlichem Gewinn zu vereinen. Bereits vor Jahrhunderten war diese Anbauweise schon bekannt, geriet aber in Vergessenheit. Zwei oder drei verschiedene Kulturen werden zur gleichen Zeit auf dem gleichen Feld angebaut. Sie ergänzen sich sowohl unter der Erde, weil ihre unterschiedlichen Nährstoffansprüche und Wurzelsysteme keine Einseitigkeit aufkommen lassen, als auch über der Erde, wo sie das Sonnenlicht auf mehreren Etagen nutzen und den "geliebten Beikräutern" durch ihren dichten Wuchs kaum Chancen lassen. Ähnliche Prinzipien verfolgen Gärtner mit der sogenannten Mischkultur. Dem Hobbygärtner zeigen Tabellen die guten, förderlichen oder weniger gedeihlichen Benachbarungen unterschiedlicher Gemüsearten.

Ein Beispiel wie Mischfruchtanbau in der Landwirtschaft aussehen kann, vom Kramerbräuhof: Leindotter (Ölhaltige Pflanze, die zur Energiegewinnung genutzt wird > Treibstoff für den firmeneigenen Fuhrpark) kombiniert mit Hafer (übliche Getreideverwendung) und Erbsen, die als Leguminosen die Stickstoffversorgung des Bodens gewährleisten. Beerntet wird das Feld mit einem üblichen Mähdrescher, erst im Hof werden die drei Fraktionen, deren Körner ja unterschiedlich groß sind, mit Hilfe von Sieben getrennt. Die bisher erzielten guten Erträge stimmen die Erzeuger sehr froh, weniger allerdings die bürokratischen Hindernisse, die auf Grund der neuartigen Anbauweise zu überwinden sind. Denn der gelbblühende Leindotter, ein Verwandter des Senfs, wäre eigentlich sehr vielseitig verwendbar. Da er aber über Jahrzehnte als fast vergessene Pflanze ein Schattendasein führte, fehlt er auf den Listen der EU- Agrarfachleute, darf momentan weder als Futtermittel verwendet werden noch als Speiseöl genossen werden. Um dem Leindotter und dem Mischfruchtanbau wieder ihren gebührenden Platz zu geben, stellt der Kramerbäuhof seine Anbau- und Erntedaten der Wissenschaft zur Verfügung.

Der Betrieb verfügt zudem über modernste Lagerungsmöglichkeiten für die erzeugten Feldfrüchte und lagert auch für andere Landwirte Getreide ein. Ein ausgetüfteltes, computergesteuertes Kontrollsystem (Proben aus jeder angelieferten Partie sind gespeichert und zurückverfolgbar) bietet lückenlose Transparenz. Wo Bio draufsteht ist also auch Bio drin.

Auf großes Interesse und Wohlwollen bei der Besuchergruppe trafen die Pläne des Kramerbräu, das rund um den Hof gelegene Gelände zu einem Info- und Schulungs- Zentrum für erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe sowie für ökologische Landwirtschaft auszubauen.

AB